Ostpreussische Skudden 

die kleinen Schafe des Nordens


Die Skudde ist eine alte Rasse von Landschafen und gehört wie die Heidschnucke zu den kurzschwänzigen, nordischen Heideschafen. Die Wikinger führten Skudden auf ihren Fahrten mit und sorgten für deren Verbreitung bis hin zu den Färöer Inseln und nach Island. Fasern aus Skuddenwolle wurden in Grabstätten in der Nähe der Wikingersiedlung Haithabu bei Schleswig gefunden wurden und belegen, dass diese Rasse bereits vor 2.000 Jahren als Nutztier gehalten wurde.

Trittsichere Landschaftspfleger

Die genügsamen Skudden eignen sich hervorragend für die Landschaftspflege auf mageren, sandigen Böden. Sie mögen schmackhafte Kräuter, und neben Brennnesseln und Disteln verbeißen sie auch Brombeeren, Schlehen und Weißdorn. Sie trotzen widrigen Wetterverhältnissen und überwintern problemlos im Freien, sofern sie Zugang zu einem trockenen, windgeschützten Unterstand haben!

Mineralsteine sind notwendig, ein Zufüttern von Kraftfutter nicht.

Unsere Skudden bekommen Kraftfutter (gequetschter Hafer) und Karotten/ Äpfel nur als sog "Leckerlies" zum Anlocken und handzahmer machen. Skudden sind von Natur aus eher scheu und vorsichtig. Da hilft eine kleine Handvoll Hafer sehr! So habe ich immer eine Kleinigkeit dabei und brauche mittlerweile nur pfeiffen und sie kommen angerannt um sich ihre Leckerchen abzuholen. Trotzdem sind es keine "Streichelschafe" und zur Schur, Klauenpflege und Wurmkur muss ich sie erst in den Stall einsperren. Auf der Weide habe ich keine Chance sie einzufangen, so schnell, wendig und springfreudig sind sie.



Uralt und die feinste Wolle der Welt


Skudden wurden und werden nicht „veredelt". Einkreuzungen fremder Rasen unterblieben weitgehend.

Skudden gibt es in den Farben weiß, schwarz, braun oder grau.

Unsere sind sogar gescheckt, was aber nicht dem Rassestandard entspricht und somit von der Herdbuch-Zucht ausschliesst. Mir gefällt das aber und ich habe sie extra deshalb ausgewählt.

Die Vliese dieser unverfälscht erhalten gebliebenen Landschafrasse bestehen aus Kurzhaaren, sehr feinen Wollfasern und darüber außen liegenden und abdeckenden Langhaaren. Die Kurzhaare regeln, je nach Befinden des Tieres, die Luftzwischenräume in der dicken Schicht der Wollfasern. Die Langhaare lassen Regen und Schnee abrinnen. Man kann es mit Unterwäsche, Oberbekleidung und Regenmantel vergleichen.
Skuddenwolle ist die feinste der Welt, dreimal feiner als die der Merinoschafe.

Wenn man sich die Mühe macht, die sog Grannenhaare (also den "Regenmantel") auszusortieren, erhält man ganz weiche und feine Wolle.



Feinste Unterwolle

"Das goldene Vlies"

Nach der Schur

Steckbrief

Mit 55 Zentimeter Widerristhöhe sind sie relativ klein und mit 45-55 Kilogramm bei den Böcken sowie 40 bis 45 Kilogramm bei den Mutterschafen relativ leicht. Die Tiere können sehr gut springen, und durch ihr sehr geringes Gewicht verursachen sie bei der Koppelhaltung keine Trittschäden.
Die Böcke tragen lange schneckenförmige Hörner, die Mutterschafe sind hornlos oder mit Hornstummeln ausgestattet.
Skudden haben sehr gute Muttereigenschaften und sind relativ unempfindlich gegenüber Parasiten und Krankheiten. Die Tiere können bis zu 25 Jahre alt werden.

Unsere "Omi" ist mittlerweile auch ca 20 Jahre.

Die Ostpreußische Skudde gehört zu den ältesten Hausschafrassen.

Sie steht auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen.